Sie war eine Schäferhündin und kam über die Polizei ins Tierheim. Lady
war auf der Autobahn bei einer Raststätte aufgegriffen worden. Man
wusste bei ihr sofort, dass sie eine höhere Schule besucht haben
musste. Sie hatte Manieren, und am Hals hing eine Hülse mit der Adresse
des Besitzers. Die Adresse schien nicht auf Schweizer Örtlichkeiten zu
passen. Über eine versierte Telefonistin löste sich der Knoten und fand
über Umwege den Kontakt zum Besitzer, welcher irgendwo im Norden
Frankreichs beheimatet schien. Doch die Familie war mittlerweile
umgezogen, und alles begann wieder von vorne. Nach langem Suchen eine
Adresse in Italien, und auf ein Telegramm von Susanne Klein hin reiste
die ganze Besitzerfamilie samstags nach Starrkirch ins Bumeloch, wo die
Freude über das Wiedersehen enorm gross war.Das Unglück passierte auf dem Weg zurück in Ladys neue Heimat. In Egerkingen, während einer Rast, machte sie sich selbständig und lief wieder nordwärts ihrer alten Heimat entgegen. Auf einem Rastplatz auf der Basler Autobahn wurde sie wieder eingefangen. Sie wollte wahrscheinlich nicht mit in den Süden.
Lady war überhaupt sehr eigenwillig, hatte sie es doch als einziger Hund geschafft, jeden Morgen im Tierheim über den hundesicheren Zaun zu springen, um nach einem Waldspaziergang oder nach einem gehörigen Wälzer in der Gülle wieder an der Haustüre um Einlass zu bitten.

