Tierheim Tierdörfli des Tierschutzvereins Olten und Umgebung, Wangen bei Olten

"Cornelia", die Entenfrau

Man ruft das Tierdörfli an und verlangt nach Frau Cornelia Burkhard.
Als stellvertretende Leiterin des Tierdörfli ist sich Frau Burkhard allerhand gewöhnt. Dass aber auch „Entenjagd“ als eine Disziplin darin vorkommt, ist schon eher aussergewöhnlich.
Immer wieder brüten Enten auf den bepflanzten Dachterrassen der Hochhäuser. Eigentlich kein Problem, aber sobald die Küken geschlüpft sind, wird es heikel. Dann müssen sie auf dem schnellsten Weg mit ihrer Mutter ans nächste Wasser. Eins, zwei sind sie am Dachrand, unter ihnen eine gähnende Leere, und dann vielleicht die geteerte Strasse. Jemand beobachtete einmal, wie eine Entenmutter auf einer Dachterrasse ihre Kleinen ans nächste Wasser befördern wollte. Als die Meldung über die Todeskandidaten im Tierdörfli eintraf, war schnell klar, dass da geholfen werden musste. Gesagt, getan. Aus einer einmaligen abenteuerlichen Übung wurde eine Institution, ein „Entlirettungsdienst“!

Die Taktik von Frau Burkhard wurde schon mehrmals erfolgreich erprobt und geht folgendermassen:

Sie nimmt ein trichterförmiges Netz und geht auf der Terrasse in Deckung. Sobald die Entenmutter in der Nähe ist, stülpt sie vorsichtig das Netz über den Körper und legt das „Päckli“ in den mitgebrachten Korb. Die kleinen Entchen einzusammeln ist dann ein Leichtes. Es gilt nur, aufzupassen, dass man keines der kleinen Geschöpfe übersieht. Zusammen mit der Mutter werden sie dann in ein wunderschönes Biotop gebracht. Es gibt vom Biotop einen kleinen Bach bis zur Dünnern, und die Dünnern führt dann in die Aare. Es ist immer wieder ein beglückendes Gefühl, so eine kleine Gemeinschaft glücklich davon schwadern zu sehen.